Die Beschäftigung mit dem menschlichen Körper, mit seinen Proportionen, speziell mit dem Torso – einem klassischen künstlerischen Thema – führte Manfred Mayerle in zahlreichen Serien immer näher zu einer völlig abstrahierten Form. So ist diese Arbeit zwar mit „Torso“ betitelt, als solcher jedoch kaum mehr erkennbar. Vielmehr hat sich der Torso zu einer Tau-Form, zu einem Tau-Kreuz hin entwickelt. Auch die vom Künstler gewählte Form des Triptychons erinnert an gängige Darstellungsweisen mittelalterlicher Flügelaltäre. Mehrfache Farbüberzüge, Schraffuren und palimpsestartige Überzeichnungen machen die Fläche tief, lebendig und lassen die Arbeit zu einem begehbaren Farbraum werden. Die Arbeit hing seit ihrem Erwerb 2005 in den Räumen des landeskirchlichen Baureferats, später von 2019 bis 2024 in den Interimsdiensträumen der Abteilung E Gemeinden und Kirchensteuer in der Münchner Löwengrube.
Manfred Mayerle (*1939) lebt und arbeitet in München und in Establiments auf Mallorca. Seine Werke strahlen Ruhe und Klarheit, Kraft und Energie aus. Durch seine Technik des mehrfachen Farbauftrags, des Laufen-Lassens der Farbe und der Einbeziehung des Zeitfaktors bei der Herstellung und Trocknung der Farbflächen steht Mayerle in innovativer gestalterischer Weise der meditativen und spirituellen Aura klösterlicher Arbeit nahe. Weitere Werke Mayerles begegnen im Eingangsbereich des Landeskirchenamts und im großen Sitzungssaal.
Acryl auf Holz, 3-teilig
je H. 250 cm, B. 90 cm