Gestaltungsprozesse

Freiräume für Künstler und die Umsetzung ihrer Konzepte zu öffnen ist eines der Hauptanliegen der landeskirchlichen Kunstarbeit. Dies gilt für temporäre Kunstprojekte genauso wie für die Neugestaltung liturgischer Räume und ihrer Ausstattung in den evangelischen Kirchen Bayerns.

Das Öffnen solcher Freiräume gelingt nur im Miteinander. Für die Entstehung von Kunst braucht es Offenheit und Vertrauen, Raum und Zeit. Kunst entsteht in Gestaltungsprozessen.

Bei einer liturgischen Neugestaltung ist der erste Schritt die Beratung der Gemeinde durch das landeskirchliche Kunstreferat, teils unter Begleitung der regionalen Kunstbeauftragten. Gemeinsam können Visionen entwickelt, Verfahrenswege erörtert und Künstler ermittelt werden. Als ideal hat sich in den vergangenen Jahren der Kunstwettbewerb erwiesen. Nach den Richtlinien des Berufsverbandes für Künstler werden solche Wettbewerbe federführend vom Kunstreferat für die Kirchengemeinden als Auslober vorbereitet, durchgeführt und begleitet – seit 2005 bereits über 70 Mal.

Vor einer Umgestaltung wird das Kunstgut der Kirche durch die Mitarbeitenden des Kunstreferats in der Regel inventarisiert.

Kolumbarium
Künstlerduo „Empfangshalle“

Das erste Kolumbarium der bayerischen Landeskirche in einer weiterhin gottesdienstlich genutzten Kirche wurde Ende 2019 in Schwabach bei Nürnberg eröffnet. Die Urnengrabstätte befindet sich im Turm der kunsthistorisch bedeutsamen Stadtkirche St. Johannes der Täufer und St. Martin, die Anfang

Abendmahlsgarnitur
Juliane Schölß

Als der Beschluss gefasst war, neue Abendmahlsgeräte für die Karolinenkirche in Großkarolinenfeld anfertigen zu lassen, haben sich die Bürger der Gemeinde bei Rosenheim in ganz besonderer Weise engagiert: In den Familien wurde Silber für die Vasa sacra gesammelt –

Installation „Der Lauf der Sonne“
Olafur Eliasson

Für drei Kirchengemeinden in Kösching, einem ländlich geprägten Ort bei Ingolstadt, wurde ein neues evangelisches Gemeindezentrum errichtet. Kern des um einen Innenhof gruppierten, 2018 eingeweihten Gebäudeensembles bildet der Gottesdienstraum. Für diesen wurde der international renommierte Künstler Olafur Eliasson um

Altarbild „Auferstehung“
Gerhard Mayer

Der Kunstwettbewerb für die evangelisch-lutherische Kirche St. Maria im mittelfränkischen Unternzenn war in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes – vom Beweggrund, der zum Wettbewerb führte, über das Engagement der eindrucksvoll einmütigen Kirchengemeinde bis hin zum Ergebnis: ein zeitgenössisches Gemälde für

art residency wildbad
Böhler & Orendt, Ulrike Mohr, Laura Belém, Breathe Earth Collective

Seit 2017 lädt die Evangelische Tagungsstätte Wildbad Rothenburg jedes Jahr eine Künstlerin, einen Künstler oder eine Künstlergemeinschaft ein, als „Artist(s) in Residence“ für drei bis vier Monate in dem ehemaligen Kurhotel unterhalb der mittelalterlichen Stadt zu wohnen und zu

Taufstein, Kanzel, Lesepult, Osterleuchter
Sabine Straub

Die mittelalterliche Kirche in Vorra wurde im 18. Jahrhundert grundlegend erneuert. Auch die Stuckarbeiten und der Altar kamen zeitgleich hinzu, sodass die Kirche einen einheitlichen barocken Stil erhielt, der bis heute ablesbar ist. Bei der Innensanierung 2016 entstanden in

Altar, Ambo, Standkreuz
Werner Mally

Die Morizkirche zeigt sich nach ihrer Sanierung 2016 in einer schönen atmosphärischen Helligkeit und räumlichen Klarheit. Der Münchner Bildhauer Werner Mally erhielt den Auftrag für den Entwurf von Altar, Ambo und Kreuz nach einem Künstlerauswahlverfahren. Das dem Altar zugrundeliegende

Fotocollagen
Stefanie Unruh

Es dauert einen Moment, bis das Auge sich darauf eingestellt hat – wie beim Scharfstellen eines Kameraobjektivs: Mal fokussiert man das Ganze, mal ein Einzelmotiv. Erst ziehen schier endlos wirkende Raumfluchten einen im freien Fall in die Tiefe, dann

Kirchenkreis Bayreuth

In der Lutherdekade lautete das Jahresthema für 2015 „Reformation – Bild und Bibel“. Aus dem Impuls, im Kirchenkreis Bayreuth ein Kunstprojekt zu den wichtigsten Bibelstellen zu veranstalten, entwickelte eine Arbeitsgruppe unter Mitwirkung des Kunstreferats daraus das Konzept, zwölf Bibelworte

Altar und Ambo
Lutzenberger + Lutzenberger

Die St. Anna-Kirche inmitten der Altstadt Augsburgs, seit 1534 evangelische Hauptkirche, ist ein religions- wie kunstgeschichtlich bedeutender Ort mit verschiedenen Bau- und Ausstattungsphasen. Für die Gestaltung eines umschreitbaren Mittelaltars sowie eines Ambos wurde 2012 ein Wettbewerb ausgeschrieben. Die Jury

Wandgestaltung und Prinzipalia
Manfred Mayerle

Die 1904 erbaute St. Johannis-Kirche in Karlstadt wurde 2012-2013 umgestaltet. Dabei sollten Tradition und Gegenwart verbunden und lebendiges Gemeindeleben sichtbar gemacht werden. Der Münchner Künstler Manfred Mayerle hat den Raum nach einem Wettbewerbsverfahren durch die Gestaltung des Chorbereichs mit

Kreuzigungsgruppe an der Fassade
Meide Büdel

Weder ästhetisch ansprechend, noch gefällig und schon gar nicht leicht konsumierbar: Die Kreuzigungsgruppe der Nürnberger Bildhauerin Meide Büdel an der Fassade der Auferstehungskirche in Rottach-Egern will auch nichts von alledem sein. Ihre Darstellung fernab gewohnter Ausdrucksweisen zielt auf das

Prinzipalia
Benjamin Bergmann

Die Markuskirche wurde 1877 erbaut und im Zweiten Weltkrieg stark zerstört. Ein interpretierender Wiederaufbau prägte den Raum bis zur letzten Umgestaltung 2010, die den Aufbruch der Gemeinde im Sinne einer progressiven Fortentwicklung widerspiegelt. Der Münchner Künstler Benjamin Bergmann gestaltete

Deckenmalerei „Gott-Partikel“
Gerhard Mayer

Wie gut Alt und Neu sich ergänzen, ja steigern können, zeigt die Neugestaltung der Kirchendecke im oberfränkischen Seibelsdorf. Die stuckverzierte Markgrafenkirche aus der Mitte des 18. Jahrhunderts musste 2009 im Innern saniert werden. Im Rahmen eines Künstlerwettbewerbs ergänzte Gerhard

Altar und Ambo „Ort der Rede“
Meide Büdel

Eine Baumaßnahme war Auslöser für einen künstlerischen Wettbewerb zur Neugestaltung des liturgischen Bereichs der Nürnberger Christuskirche. Das in der Nachkriegszeit errichtete Gebäude war für die Gemeinde zu groß geworden, ab 2006 wurde ein Baukörper aus Stahl, Glas und Sichtbeton