„Markgrafenkirchen erschließen“

Als „Markgrafenkirchen“ bezeichnet man heute Kirchenbauten, die unter der Regie oder unter dem Einfluss des markgräflichen Hofes im 17. und 18. Jahrhundert nach bestimmten Prinzipien errichtet und ausgestattet wurden. Beteiligt waren damals die besten Künstler der Region, überwiegend Hofkünstler. Die Kirchen der früheren Markgrafschaft Bayreuth-Brandenburg werden derzeit wissenschaftlich inventarisiert und erforscht.

Inventarisation als Projektmaßnahme
Kirchenkreis Bayreuth

„Erschließung der Markgrafenkirchen im Kirchenkreis Bayreuth“, so heißt das Projekt des evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Bayreuth, das ein vom Verein Markgrafenkirchen e.V. getragenes LEADER-Projekt der Europäischen Union umfasst. Dabei bildet die wissenschaftliche Inventarisation der Kirchen eine wichtige Grundlage für die weitere Beschäftigung mit diesem in seinem Wert bislang weitgehend unerschlossenen Schatz. Kunsthistorikerinnen und Kunsthistoriker sind derzeit damit beschäftigt, 95 Markgrafenkirchen unter der Regie des landeskirchlichen Kunstreferats zu erfassen. In einer wissenschaftlichen Bestandsaufnahme werden die Prinzipalstücke (Altar, Kanzel, Taufstein) und alle anderen Kunstwerke innerhalb und außerhalb des Kirchenraums dokumentiert, fotografiert und vermessen, darunter auch kultur- und handwerksgeschichtlich bedeutende Objekte wie die Abendmahls- und Taufgeräte. Ziel der Maßnahme ist die Erstellung eines Inventars, das einen fundierten Überblick bietet über kunst- und kulturhistorische, aber auch denkmalpflegerische Aspekte. Ein besonderes Augenmerk liegt auf dem Erhaltungszustand der Objekte, um bei Bedarf fachgerechte Restaurierungen empfehlen und vermitteln zu können. Auch Hinweise auf notwendige Sicherungsmaßnahmen für eine schon bestehende oder geplante Öffnung der Kirchen werden gegeben. Durch die Inventarisation wird ein erster Schritt getan, um die Markgrafenkirchen und ihre Kunstwerke stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken und damit ihrem Wert als Gesamtkunstwerk von teils europäischem Rang wieder gerecht zu werden.