Inventarisation

Die Inventarisation kirchlichen Kunstguts meint eine Bestandserfassung der künstlerischen und liturgischen Ausstattung eines Kirchengebäudes. Dabei werden die Objekte einzeln fotografiert, vermessen, wissenschaftlich beschrieben, auf ihren Erhaltungszustand hin untersucht und erforscht. Erfasst wird nahezu alles, vom kleinen Kelchlöffel bis zum großformatigen Wandgemälde. Abschließend werden die Ergebnisse der Kirchengemeinde überreicht, meist verbunden mit einem Beratungsgespräch oder einem Gemeindevortrag.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern bewahrt ein großes künstlerisches und historisches Erbe. Die Kirchengebäude und ihre vielfältige Ausstattung sind wichtige Zeichen kultureller Identität. Ihrer Erhaltung und Pflege sind wir verpflichtet. Die Inventarisation ist dafür die grundlegende Voraussetzung.

Durchgeführt wird die Inventarisation von Fachleuten, in der Regel von Kunsthistorikerinnen und Kunsthistorikern. Sie erfolgt in enger Abstimmung mit dem landeskirchlichen Baureferat und findet meist im Vorfeld geplanter Umbau- oder Sanierungsmaßnahmen statt. Ihre Ziele sind Feststellung des gegenwärtigen Bestands, Ermittlung von Restaurierungsbedarf, Vorbeugung gegen Diebstahl, Beiträge zur wissenschaftlichen Erforschung, Stärkung der Gemeindeidentität und verwaltungstechnische Hilfestellungen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern ist eine von mehreren evangelischen Landeskirchen, die den Arbeitsbereich Inventarisation unterhalten und die sich in der Arbeitsgemeinschaft Inventarisierung in der EKD zusammengeschlossen haben.

 

Kirchenkreis Bayreuth

Als „Markgrafenkirchen“ bezeichnet man heute Kirchenbauten, die unter der Regie oder unter dem Einfluss des markgräflichen Hofes im 17. und 18. Jahrhundert nach bestimmten Prinzipien errichtet und ausgestattet wurden. Beteiligt waren damals die besten Künstler der Region, überwiegend Hofkünstler.

Vor jeder größeren „Umgestaltung“ einer Kirche sollte eine wissenschaftliche Inventarisation durchgeführt werden. Die dabei gesammelten Daten und gewonnenen Forschungsergebnisse sind Ausgangspunkt für weiterführende Diskussionen. Sie bilden die Grundlage, auf der entschieden werden kann, wie mit dem vorhandenen Bestand künftig umzugehen ist. Wie im Beispiel der Erlöserkirche Gerolzhofen, die bis

Anlass für die wissenschaftliche Inventarisation einer Kirche kann der Wunsch einer Gemeinde sein, ihre Kirche tagsüber für Besucher zu öffnen. Die Erfassung der künstlerischen und liturgischen Ausstattung ist dafür eine wichtige Voraussetzung. Als Beispiel dient die 2018 inventarisierte Wolfgangskirche

Die Wehrkirche St. Georg in Nürnberg-Kraftshof steht beispielhaft dafür, welche Anregungen die Inventarisation im Hinblick auf Publikationen und Restaurierungsmaßnahmen geben kann. Die bedeutende historische Kirche wurde 2011 aus mehreren Gründen inventarisiert: Zum einen ist die Kirche tagsüber geöffnet und

Die kirchliche Inventarisation liefert die Grundlage für die Beurteilung und den richtigen Umgang mit sakralen Ausstattungsgegenständen: Was ist vorhanden, von wann und aus welchem Material sind die Objekte und wie ist ihr Erhaltungszustand? An die Bestandserfassung schließt sich meist