Engel werden in der Bibel als Boten Gottes in vielen Geschichten und Offenbarungen beschrieben. Die Bedeutung von Engeln im Christentum zeigt ein Blick in die Konkordanz, wo sie an 270 Stellen als Boten Gottes und als himmlische Wesen erscheinen oder als Zwischenwesen zwischen Gott und Mensch betrachtet werden. Die Kunst ist voller Versuche, ihnen eine Gestalt zu geben.
„Tanz der Engel“ heißen die Blätter von Georg Bernhard, die mit sicherem Duktus für Proportion und Raum mit der Rohrfeder auf grobes Bütten geworfen sind. Eine menschliche Figur, deren Umrisslinien sich wiederholen, sich zu bewegen scheinen, sich reduzieren auf den Kern, auf das Skelett und den Blick unter die Haut freigeben, wird umtanzt von einem in Schraffur flächig dargestellten geflügelten Wesen. Schöpfer und Geschöpf, Werk und Künstler sind Eins.
Georg Bernhard (*1929) vielfach ausgezeichnet, ist ein Meister der Linie. Das zeigen auch seine anderen Arbeiten, etwa die Wand- und Glasmalereien, die vor allem für katholische Kirchenräume entstanden. Die Blätter in der landeskirchlichen Kunstsammlung zeugen von seinem feinen künstlerischen Gespür und sind von hoher Ästhetik.
Audiostimme: KI generiert
Rohrfeder auf Büttenpapier
H. 99 cm, B. 69,5 cm