1928 wurde der Bildhauer Karl Hemmeter (1904–1986) beauftragt, für das neu entstandene Dienstgebäude der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ein Kruzifix im Eingangsbereich zu erstellen. Es war seine erste Arbeit für Kirche, die zu vielen Folgeaufträgen führte. Der von Hemmeter gefertigte Korpus wurde 2000 als Dauerleihgabe in die Altarraumgestaltung der Katharinenkirche in Kiew integriert – als Zeichen des partnerschaftlichen Verhältnisses zur Evangelisch – Lutherischen Kirchengemeinde Kiew, die bis heute besteht.
Die heute zusehende Arbeit von Werner Mally wurde unter Verwendung der verbliebenen Kreuzbalken hergestellt. Dabei verwandelte er die lineare Struktur des Kreuzes in seinen ursprünglichen Zustand – den eines runden Baumstammes. Die einzelnen Teile wurden unter Sichtbarmachung der Spuren (Signatur) des alten Kreuzes zerschnitten und in dynamischer Ausdehnung an der Wand angebracht.
Werner Mally (*1955 in Karlsbad) lebt und arbeitet in München und Ölberg. 1999 wurde er mit dem Kunstpreis der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern ausgezeichnet. Er gestaltete zahlreiche sakrale Räume und schuf verschiedene Gedenkskulpturen. Seit 2009 entstehen filigrane Skulpturen aus den zerschnittenen Sitzschalen des Stuhls 3107, einem Designklassiker von Arne Jacobsen aus den 1950er Jahren.
Holzkreuzstücke
ca. H. 300 cm, B. 200 cm